CMC Rohstoffe

Traditionell zeigen Rohstoffe wenig Parallelen mit gängigen Finanzprodukten wie Aktien und Anleihen und weisen historisch eine beachtliche Volatilität auf.


Angebot und Nachfrage sind die Hauptfaktoren, die die Preise von Rohstoffen bestimmen. Die Verdopplung der Weltbevölkerung im vergangenen Jahrhundert auf nahezu 7 Milliarden Menschen hat die Nachfrage in hohem Maße angeschoben. Mehr Menschen müssen ernährt, Infrastruktur erweitert und Fahrzeuge angetrieben werden. Die zunehmende Industrialisierung von Schwellenländern wie China und Indien und ihrer Bevölkerung von zusammen 3 Milliarden Menschen sind hierbei maßgeblich für den Anstieg der Rohstoffpreise verantwortlich.

Angebot und Nachfrage sind die Hauptfaktoren, die die Preise von Rohstoffen bestimmen. Die Verdopplung der Weltbevölkerung im vergangenen Jahrhundert auf nahezu 7 Milliarden Menschen hat die Nachfrage in hohem Maße angeschoben. Mehr Menschen müssen ernährt, Infrastruktur erweitert und Fahrzeuge angetrieben werden. Die zunehmende Industrialisierung von Schwellenländern wie China und Indien und ihrer Bevölkerung von zusammen 3 Milliarden Menschen sind hierbei maßgeblich für den Anstieg der Rohstoffpreise verantwortlich.

Was treibt Volatilität auf den Rohstoffmärkten an?

Produktion
Eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst die Entwicklung von Rohstoffpreisen. Hierzu gehören Wetterbedingungen, verfügbare Anbauflächen, Streiks, Erntebefall, technischer Fortschritt und internationale Gewerkschaften. Rohstoffe sind kapitalintensiv in Ihrer Produktion, haben lange Vorlaufzeiten und werden in vielen Fällen politisch kontrolliert durch Subventionen, Steuern oder Handelsbeschränkungen. Alle diese Bedingungen sind von Bedeutung und üben erheblichen Einfluss auf die Produktionskosten und Exportchancen und somit auf die Preise aus.
Lagerbestände und infrastrukturelle Einschränkungen

Der Schlüssel zu Preisbewegungen bei Rohstoffen sind die Lagerkapazitäten. Diese Kapazitäten bilden eine Brücke zwischen dem physischen Angebot von Rohstoffen und der aktuellen weltweiten Nachfrage. Die jeweiligen Bestände werden stark durch die Lagerungsmöglichkeiten eingeschränkt. Metalle und Agrarrohstoffe sind hiervon nicht so stark betroffen wie Rohöl und Erdgas. Ein unzureichendes Lagersystem von Rohstoffen zur Abfederung von Angebots- und Nachfrageausschlägen (beispielsweise Dürren und Arbeitsausfälle) können zu einer schnellen und heftigen Reaktion bei den Preisen führen.

Bei der Lagerung von Rohstoffen treten kostspielige, infrastrukturelle Beschränkungen auf. Tatsächlich gäbe es nur eine sehr geringe kurzfristige Fluktuation bei Rohstoffpreisen, wenn die Möglichkeit zur unbegrenzten Lagerung von überschüssiger Ware bestünde. Je einfacher die Vorratshaltung eines Rohstoffs ist, umso unwahrscheinlicher ist eine starke Preisvolatilität. Bei Agrarrohstoffen tritt zudem die Schwierigkeit der geringen Haltbarkeit auf, was eine zusätzliche zeitliche Begrenzung bei der Lagerung mit sich bringt. Wenn es bei einem Rohstoff geringere Lagerbestände gibt, sind Verbraucher zur Zahlung von höheren Preisen für das knappere Gut bereit.

Nachfrage und zyklische Bewegungen
In den vergangenen Jahren traten beachtliche zyklische Preisbewegungen bei Rohstoffen auf. Die Nachfrage aus Schwellenländern nahm zeitgleich mit einer Verringerung des Nachschubs aus den Entwicklungsländern zu. Die Preise stiegen daraufhin an und brachten das Angebot mit der Nachfrage ins Gleichgewicht. Grundsätzlich trägt der Markt derzeit den unzureichenden Investitionen in die Produktion, Verteilung und Lagerung aus der Vergangenheit Rechnung. Wenn man sich das verringerte Angebot, umweltpolitische Auflagen, politische Einflussnahme und fortwährende Unsicherheiten auf den Aktienmärkten vor Augen hält, wird deutlich, warum Rohstoffe derzeit eine reale und attraktive Alternative zum Handel mit traditionellen Werten darstellen.

Die Lagerhaltungskosten bei Rohstoffen

Bei dem physischen Handel von Rohstoffen wie Öl oder Gold entstehen Kosten wie Lagerung, Versicherungsgebühren, Opportunitätskosten und saisonale Faktoren. Konventionelle Future-Kontrakte integrieren diese Kosten in den Preis und erschweren somit die Unterscheidung zwischen dem eigentlichen Preis eines Rohstoffs und dem Halten dieser Position bis zum Laufzeitende.

Zinskosten
Wenn Sie einen Rohstoff in der Zukunft kaufen möchten, wird die Zahlung erst zu dem betreffenden Zeitpunkt fällig. Wenn Sie zum jetzigen Zeitpunkt kaufen, ist die Zahlung sofort fällig. Dieser Preis ist geringer, da durch das sofortige Kaufen die Möglichkeit zu weiteren Zinseinnahmen auf das Kapital entfällt (Opportunitätskosten).

Beispiel: Risikofreier Zins

Eine einfache Art, sich diesen Sachverhalt zu verdeutlichen, ist die Überlassung von Kapital an eine Bank. Wenn Sie Ihr Kapital bis zum Zahlungszeitpunkt in der Zukunft bei der Bank belassen, erzielen Sie hierdurch Zinseinnahmen. Indem Sie für den Rohstoff jetzt zahlen, verzichten Sie auf diese Zinseinnahmen. Diese Opportunitätskosten reflektieren daher den höheren zukünftigen Preis.
Lagerkosten

Güter wie Mais, Weizen, Gold und Öl müssen gelagert werden. Die damit verbundenen Kosten sind für jeden Rohstoff unterschiedlich.

Beispiel: Lagerungskosten für Rohöl

Die USA verbrauchen pro Tag annähernd 22 Millionen Barrel Rohöl, wohingegen nur 5 Millionen Barrel aus eigener Produktion stammen. Dieses beachtliche Defizit erfordert den Aufbau von Lagerbeständen. Bei einer maximalen Lagerungskapazität von 350 Millionen Barrel bewegen sich die momentanen Lagerungskosten für ein Barrel im Monat zwischen 15 und 30 US-Cent. Die Transportkosten belaufen sich auf rund 20 US-Cent pro Kilometer und Barrel. Diese Kosten würden in einen zukünftigen Preis mit einbezogen.
Saisonale Faktoren

Das Angebot an Gütern kann im Jahresverlauf schwanken, je nachdem wo sie produziert werden. Die Lieferungen können zudem durch Störfaktoren wie ungünstige Wetterbedingungen, politische Entwicklungen, Naturkatastrophen und menschliches Versagen beeinträchtigt werden.

Die Nachfrage unterliegt ebenfalls saisonalen Schwankungen. Deutliche Beispiele hierfür sind Heizöl und Erdgas, welche im Winter Ihren Höchststand erreichen und in den wärmeren Sommermonaten weniger nachgefragt werden.

Beispiel: Saisonale Nachfrage nach Heizöl auf dem US-Markt

CMC Markets Kassa-Preis

Kassa-Preise werden ermittelt, indem die so genannten Haltekosten (carry costs), die in den Future-Preisen enthalten sind, heraus gerechnet werden. Durch diesen Vorgang wird der Preis glatter und weist mehr Kontinuität auf. Die Kurssprünge, die auftreten, wenn ein Future-Kontrakt endet und durch einen neuen ersetzt wird, werden vermieden.

Bei CMC Markets wird Ihre Position am Ende jedes Handelstages um diese Finanzierungskosten angepasst. Dieser Vorgang bietet eine erhöhte Transparenz bei den Kosten für das Halten einer Position

Die zugrunde liegende Logik ähnelt der Verbindung zwischen einem Kassa-Preis (wie z.B. dem German30) und dem DAX-Future. Bei einem Index wird die Differenz der beiden Preise durch den aktuellen Zins und etwaige Dividenden, die einzelne Unternehmen auszahlen, bestimmt. (Hält man den Index, erhält man auch die Dividende. Kauft man den Future, ist dies nicht der Fall).

Zu Beginn eines neuen Frontmonats besteht zwischen dem CMC Markets Kurs und dem Kurs des Futures die größte Differenz. Am letzten Handelstag des Future-Kontrakts entspricht der Kurs weitestgehend dem CMC Markets Kurs (bei Ablauf ist der Future-Kontrakt kein Instrument für die Begleichung in der Zukunft, sondern für den „gegenwärtigen“ Zeitpunkt).

Sie können den Future-Preis im Verhältnis zum CMC Kassa-Preis annähernd wie folgt berechnen:
Tägliche Bewegung des Future ≈ Tägliche Bewegung des CMC Markets Kurs + Tägliche “Cost-of-Carry“

Carry Trade Möglichkeiten

Wenn der Kassa-Preis niedriger als der Preis des aktuellen Frontmonat-Futures ist, zahlen Investoren weniger für einen Rohstoff zum momentanen Zeitpunkt als in der Zukunft. Dies lässt sich regelmäßig bei unbegrenzt haltbaren Rohstoffen wie Gold oder Silber beobachten, da diese relativ geringe Haltekosten haben (Contango).

Es kann aber auch sein, dass Kontrakte mit kürzerer Laufzeit teurer sind als die, die erst in einigen Monaten ablaufen (Backwardation). Dies kann dadurch bedingt sein, dass saisonale Faktoren stärker sind als andere Kosten wie zum Beispiel für Lagerung und Zinsen. Hier liegt die Annahme zugrunde, dass Käufer den Rohstoff eher gegenwärtig nachfragen als in der Zukunft. In einem solchen Fall wird der Kassa-Preis auch höher sein als der Future-Preis. Dies tritt zumeist bei wenig haltbaren und lagerintensiven Gütern auf. Beispielsweise kann Erdgas knapp sein, wenn während der Wintermonate die Nachfrage kurzfristig steigt.

Daher kann die Differenz zwischen Future- und Kassa-Preis positiv oder negativ sein:

CMC Kurs ist niedriger als der Future-Kurs:
Kaufauftrag für gewöhnlich mit Haltekosten belastet
Verkaufsauftrag enthält für gewöhnlich Haltekosten

CMC Kurs ist höher als der Future-Kurs:
Kaufauftrag enthält für gewöhnlich Haltekosten
Verkaufsauftrag für gewöhnlich mit Haltekosten belastet

Mit Cash Commodities können Sie anders als bei Futures von den Vorteilen eines Carry Trade profitieren. Dies ist eine Strategie, bei der ein Anleger einen Rohstoff mit relativ hohen Bestandskosten verkauft (oder kauft, wenn der Kassa-Preis über dem Future-Preis liegt) mit der Absicht, von dem Erhalt dieser Zahlung zu profitieren. In diesem Fall nimmt der Anleger an, dass die Haltekosten größer sein werden als eine Preissteigerung und die Zinskosten (falls diese anfallen).

Diese Haltekosten können unter Umständen gravierend sein, je nachdem welches Instrument Sie handeln:

Energierohstoffe
Insbesondere Erdgas und Heizöl sind bekannt für hohe volatile Haltekosten aufgrund von Lagerungsschwierigkeiten, saisonalen Faktoren, den Wetterbedingungen und politischen Rahmenbedingungen.

Agrargüter
Dürren, Waldbrände, Erntebefall, Streiks, politische Einflussnahme und ungünstige Wetterbedingungen können zu Angebotsengpässen führen und die Haltekosten in kürzester Zeit dramatisch steigen lassen.

Edelmetalle
Diese Rohstoffe weisen generell geringe Bestandskosten auf. Sie sind einfach zu lagern und langfristig haltbar. Hier lässt sich generell schwieriger von einem Carry Trade profitieren.

Nächste Schritte

Erfahren Sie mehr über die Rohstoffe, die Sie handeln können, auf unseren Produktseiten.

Wählen Sie aus einer großen Auswahl von Produkten:
Agrargüter
Industriemetalle
Edelmetalle
Energie

Üben Sie den Rohstoff- und Carry Trade Handel auf Ihrem kostenlosen Demo Konto.

Betrachten Sie die Entwicklung der CMC Markets Rohstoffpreise mit Hilfe unserer Charts und der bis zu 5 Jahre zurückreichenden Kurshistorie.

Finanzierungsbeispiel

Sie entschließen sich, bei einem steigenden Rohstoffmarkt zu kaufen. Ihre gesamte Positionsgröße beläuft sich auf 10.000 und Sie wählen eine Eigenkapitalisierung von 50%. Somit leihen Sie sich die restlichen 50% (5.000) von CMC Markets.

Fremdfinanzierungskosten: Angenommen der Finanzierungssatz entspricht dem aktuellen Leitzins (z.B. 2%) plus eines Aufschlags von 2%, belaufen sich Ihre Kosten, wenn Sie die Position über Nacht halten, auf:

Haltekosten: Wenn der Future sich seinem Ablaufdatum nähert, nehmen die Haltekosten gemeinhin ab. Beim Start des neuen Frontmonat-Futures erfolgt dann wiederum ein Anstieg des Haltekostensatzes.

Haltekosten am 23.
Einige Tage vor dem Ablaufdatum des Frontmonat-Futures beträgt der Haltekostensatz in diesem Beispiel 1,5%. Somit errechnen sich die Haltekosten wie folgt:

Kosten = Fremdfinanzierungskosten + Haltekosten
Kosten = 0.55 + 0.41
Kosten = 0.96 pro Nacht

Hinweis: Wenn der Rohstoff nicht in Ihrer heimischen Wähurng gehandelt wird, kommt der CMC Spot Wechselkurs zum Tragen.
Haltekosten am 29.

Der neue Haltekostensatz in diesem Beispiel beträgt 4,2%. Dieser beinhaltet nun die Kosten, die anfallen, wenn man den Rohstoff bis zum Ende des neuen Frontmonat-Futures hält.

Kosten = Fremdfinanzierungskosten + Haltekosten

Kosten = 0.55 + 1.15
Kosten = 1.70 pro Nacht

Hinweis: Wenn der Rohstoff nicht in Ihrer heimischen Währung gehandelt wird, kommt der gegenwärtige CMC Spot Wechselkurs zum Tragen.

Wichtiger Hinweis: Ein Future würde am 29. zum Schlusskurs verkauft und zum neuen Kurs des nächsten Future-Kontrakts wieder eröffnet. Die CMC Markets Cash Commodities machen keinen Sprung und weisen einen glatten, kontinuierlichen Preis auf (keine Roll-over Kosten)

Carry Trade Finanzierungsbeispiel

Sie bemerken, dass der CMC Kassa-Preis für einen Rohstoff gegenwärtig viel höher als der Future-Preis ist. Daher sind die die Haltekosten positiv und Sie würden diese Zahlung erhalten, wenn Sie hier kaufen.

Bei einem aktuellen Haltekostensatz von 17,3% (aufgrund saisonaler Einflüsse bei Benzin und Heizöl) könnte man für einen Carry Trade eine Investition von 10.000 tätigen und 50% dieses Betrages aus eigenen Mitteln finanzieren, um von diesem attraktiven Haltekostensatz zu profitieren. Sie würden folgende Zahlung erhalten:

Kosten/Ertrag = Fremdfinanzierungskosten +/- Haltekosten/-ertrag

Kosten/Ertrag = 0.55 – 4.73
Ertrag = 4.18 pro Nacht

Hinweis: Falls der Rohstoff nicht in Ihrer heimischen Währung gehandelt wird, kommt der gegenwärtige CMC Spot Wechselkurs zum Tragen.

Kosten, wenn Sie die Position über Nacht halten

Gebühren fallen dann an, wenn Sie eine Position über Nacht halten; und zwar nach 0 Uhr MEZ. Dies gilt für jeden Tag, einschließlich des Wochenendes. Die Über-Nacht Gebühren bestehen aus zwei Komponenten:

Kosten = Fremdfinanzierungskosten + Haltekosten

Hinweis: Wenn der Rohstoff nicht in Ihrer heimischen Währung gehandelt wird, wird der aktuelle CMC Markets Wechselkurs auf die gesamten Kosten angewandt.

Fremdfinanzierungskosten

Wenn Sie einen Auftrag zum Handel mit einem Rohstoff mit Hilfe von Tracker platzieren, haben Sie die Möglichkeit, sich Kapital zur Finanzierung dieses Auftrags zu leihen. Falls Sie finanzieren möchten, fallen Gebühren für den geliehen Teil der Positionsgröße an und werden unabhängig von der Kursrichtung berechnet.

Fremdfinanzierungskosten =
(Gesamtpositionsgröße – Sicherheitsleistung) x (Finanzierungsrate) / Anzahl Tage im aktuellen Kalenderjahr

Wichtiger Hinweis:
Wir berechnen die Finanzierungsrate basierend auf den Inter-Banken Zinsraten des jeweiligen Tages (plus Aufschlag).
Haltekosten

Haltekosten entfallen auf jeden Handel mit Rohstoffen, long oder short, zum aktuellen Haltekostensatz. Dieser reflektiert die Kosten (oder Erträge), die der Übernacht-Handel der Position mit sich bringt.
Haltekosten =
(Gesamtpositionsgröße x Haltekostensatz) / (Anzahl der Tage im aktuellen Kalenderjahr)

Wichtiger Hinweis:
Der Haltekostensatz ändert sich täglich und hierbei treten große Bewegungen am Tag des Ablaufs des Frontmonat-Futures und am darauffolgenden Handelstag auf.