5 häufige Tradingfehler
Die fünf häufigsten Fehler, die es beim Handeln zu vermeiden gilt
Es gibt eine Reihe von Fehlern, die Anleger immer wieder begehen. Diese Fehler können Gewinne schmälern oder Verluste bedeuten. Hier einige der häufigsten Fehler und wie diese vermieden werden können.
1. Unzureichendes Risikomanagement
Zweifellos ist die Auswahl des richtigen Produkts wichtig. Ein viel größeres Augenmerk bei jeder Investition sollte jedoch auf den Erhalt des investierten Kapitals gelegt werden. Eine zu starke Konzentration auf Gewinne bei gleichzeitiger Vernachlässigung einer Ausstiegs-Strategie im Verlustfall verleitet viele Anleger dazu, den richtigen Zeitpunkt für das Gattstellen einer Position und somit zum Schutz des investierten Kapitals außer Acht zu lassen. "Kaufen und halten", unabhängig von der Performance eines Produktes, ist kein kluges Vorgehen. Markttrends können Jahre dauern, sodass möglicherweise große Teile Ihres Investmentkapitals in nicht profitablen Positionen gebunden werden.
Die Platzierung von Stop-Loss-Aufträgen ist ein effizientes Mittel des Risikomanagements. Eine der einfachsten Techniken für Stop-Loss- und Gewinnmitnahme-Aufträge sind charttechnische Unterstützungs- und Widerstandsniveaus.
Die Platzierung von Stop-Loss- und Take-Profit-Aufträgen

Der Linienchart hier zeigt einen Aufwärtstrend. Nachdem der Kurs zum dritten Mal in Folge an der ansteigenden Unterstützungslinie abgeprallt ist, wird in Erwartung eines weiteren Kursanstiegs eine Position gekauft.

Bevor man eine Position eröffnet, sollte zunächst ein Stop-Loss-Niveau identifiziert werden. Eine gängige Methode hierzu ist der Blick auf einen bedeutenden Tiefststand aus der Vergangenheit, auch Unterstützungsniveau genannt. Ein Stop-Loss sollte knapp unterhalb dieses Niveaus platziert werden. Wenn der Kurs dieses Niveau unterschreitet, ist ein weiterer Kursverfall wahrscheinlich. Das wird auch Bruch einer Unterstützung genannt. Es ist nicht ratsam, bei einem solchen Bruch eine (Verlust-)position weiter zu halten.
Hier ist dieses Niveau bei $3,50 angesetzt, ein wenig unterhalb der Unterstützung. Dieser Kurs von $3,50 ist der niedrigste Preis, auf den das Produkt sinken kann, bevor Ihr Stop-Loss aktiviert wird und Sie vor weiteren Verlusten schützt. Ihr Verlustrisiko pro Aktie ist somit auf 25 Cent begrenzt.

Im nächsten Schritt gilt es einen Kurs zum Platzieren eines Take-Profit-Auftrags zu benennen. Dies bietet sich für gewöhnlich unterhalb eines bedeutenden Widerstandslevels an. Der Gedanke hierbei ist, dass, wenn ein Kurs erneut einen vorangegangenen Höchstkurs, wie hier bei ca. $4,50 erreicht, Anleger dazu neigen, Gewinne mitzunehmen und durch den verstärkten Verkaufsdruck die Aktie verliert. Hintergrund: Kursmuster dieser Art wiederholen sich häufig mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit.
Ein weiteres Beispiel für die Platzierung eines Stop-Loss- und Take-Profit-Auftrags
In diesem Beispiel ist ein Seitwärtstrend durch einen Ausbruch beendet worden. Meist ist nun ein kurzfristiger Kurssprung nach oben zu erwarten. Eine Kauforder wird gewöhnlich oberhalb des Ausbruchspreises platziert, sodass sich bereits ein Trend gefestigt hat und es sich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nicht nur um ein "Fehlsignal" handelt (was bedeuten würde, dass der Kurs wieder zurückfällt). In einer solchen Situation gilt ein signifikanter Kurssprung über das Widerstandsniveau hinaus normalerweise als hinreichendes Indiz.

Um die besten Niveaus für einen Stop-Loss-Auftrag zu finden, bietet sich die Orientierung auf Bereiche an, in denen schon früher Kaufaktivitäten einsetzten. Das erste Unterstützungsniveau liegt bei $4,25, was pro Einheit lediglich ein Verlustrisiko von 50 Cents bedeutet.
Wenn diese nächstgelegene Unterstützung als zu nah empfunden wird, ließe sich alternativ ein Stop-Loss bei $3,75 setzen. Dies würde jedoch ein Verlustrisiko von $1,00 pro Stück mit sich bringen.
Es besteht immer die Möglichkeit, die Positionsgröße (Anzahl der Stücke) zu reduzieren, um dadurch einen weiteren, tieferen Stop-Loss setzen zu können. Dieses Vorgehen erlaubt es, bei beiden Trades denselben Betrag zu riskieren, obwohl die Stop-Loss gestaffelt sind.
Die Kehrseite eines weiteren Stops bei kleinerer Positionsgröße und gleichem Marktrisiko ist ein geringeres Gewinnpotential.
Für die Platzierung eines passenden Take-Profit-Auftrages ist ein vorheriger Höchstkurs (oder Widerstand) nicht der einzige Richtwert. Vielmehr kann auch eine Strategie genutzt werden, bei der man die Gewinnchance gegenüber dem Risiko abwägt. Ein Chance-Risiko-Verhältnis von drei zu eins würde bedeuten, dass Stop-Loss Nummer 1 ein Risiko von 50 Cents birgt, um einen Gewinn von $1,50 zu erzielen. Diese Strategie kann von Nutzen sein, wenn sich das nächste technisch bedeutsame Niveau in einiger Entfernung befindet (oder der Kurs neue Höchst- oder Tiefststände generiert).
Positionsgröße
Es existieren zahlreiche Modelle für die Bestimmung von Positionsgrößen und die meisten messen das Risiko basierend auf einem festen Dollarbetrag oder einem festen Prozentsatz.
Eine gängige Methode für kurzfristig orientierte Anleger ist es, das Risiko pro Position auf 2 Prozent des Handelskapitals zu begrenzen. Das bedeutet nicht nur, dass das Handelsrisiko für jede Position gering ausfällt, sondern, dass man auch 5 bis 6 Aufträge platzieren kann, ohne mehr als 10 bis 15 Prozent des eigenen Kapitals zu gefährden. Bei Investitionen über längere Zeiträume mit einem breiteren Stop-Loss ist es üblich, das Risikokapital pro Position an einen höheren Prozentsatz zu koppeln.
Es ist ratsam, auch die Finanzierungskosten genau zu beachten, insbesondere wenn größere Positionen über Nacht gehalten werden.
Ein häufiger Fehler ist, zu viel Kapital in einer Position zu binden. Die folgende Formel hilft, dies zu vermeiden und die adäquate Positionsgröße (Stückzahl) zu ermitteln.
Positionsgröße = Maximaler Verlust ($)
Stop Loss Größe ($)
Stückzahl =
Maximales absolutes Risiko pro Position ($)
dividiert durch:
absolutes maximales Risiko pro Stück
Bei einer Kontogröße von beispielsweise $10.000 und einem maximalen Positionsrisiko von 2 Prozent für eine kurzfristige Position würde das maximale Verlustrisiko pro Position hier $200 betragen.

Zur Bestimmung eines Stop-Loss ist das Erkennen eines passenden Unterstützungsniveaus unabdingbar. Bei dem hier abgebildeten Chart, wird eine Kauforder getätigt, wenn der Kurs über den Widerstand bei $1,56 ausbricht. Der Stop-Loss würde knapp oberhalb des vorherigen Bewegungstiefs bei $1,36 liegen (Unterstützung). Somit würde der Stop-Loss bei diesem Handel 20 Cent pro Stück betragen.
Verschiedene Arten von Stop-Loss Taktiken
Es existieren zwei grundlegende Arten von Stop-Loss-Aufträgen: der standardmäßige feste Stop und der Trailing-Stop.
Ein fester Stop-Loss wird zu einem bestimmten Kurs gesetzt, welchen der Trader selbst wählt. Der feste Stop-Loss bleibt solange bestehen, bis die Position entweder aufgelöst oder erweitert wird.
Ein Trailing-Stop wird eine bestimmte Punktzahl entfernt vom aktuellen Aktienkurs platziert und folgt dem Kurs automatisch in diesem Abstand, wenn dieser sich in die gewünschte Richtung bewegt. Trailing-Stops sind nützlich, wenn Anleger eine Position über einen möglichst langen Zeitraum halten möchten, ohne ein spezifisches Kursziel im Blick zu haben. Der Trailing-Stop dient dem Risikomanagement und der Glattstellung einer Position im Gewinn.
Anleger beginnen typischerweise mit einem festen Stopp-Loss beim Öffnen einer Position und wechseln zu einem Trailing-Stop, wenn die Position in die Gewinnzone läuft. Dies kann den Vorteil haben, eine Position nicht zu früh zu schließen.
2. Das Fehlen einer ganzheitlichen Strategie
Der zweite große Fehler, den es zu vermeiden gilt, ist der Handel ohne eine ganzheitliche Strategie. Eine solche Strategie sollte alle Elemente des Anlegens enthalten. Dies schafft Kontinuität bei den Ergebnissen. Es ist ratsam, ein festes Regelwerk zur Hand zu haben. Eine Handelsstrategie sollte Antworten auf folgende Fragen beinhalten:
Wann ist es angebracht, zu kaufen?
Eine Strategie, die auf der Fundamentalanalyse (Markt- und Unternehmensnachrichten) basiert und die zugleich Ergebnisse der technischen Analyse einfließen lässt, kann helfen, gute Kauf- oder Verkaufssignale zu generieren.
Wie viel sollte gekauft werden?
Durch die Nutzung von Stop-Loss-Aufträgen und die Berechnung des maximal akzeptierten Risikos kann die richtige Größe einer Position ermitteln werden.
Ist es Zeit, zu verkaufen?
Die richtige Mischung aus technischer Analyse und die Einbeziehung aktueller Marktnachrichten kann helfen Verkaufsentscheidung zu treffen.
Sollte mehr gekauft werden?
Eine sinnvolle Strategie ist es, Positionen aufzustocken, wenn es positive Anzeichen hierfür gibt. Allerdings kann solches Aufstocken schnell Gewinne aufzehren, wenn der Markt in die entgegengesetzte Richtung dreht.
Welchen Zeitraum sollte man anvisieren?
Das hängt davon ab, wie viel Zeit man zu investieren bereit ist und davon, ob es sich um einen Daytrade (unter Nutzung von technischer Analyse) oder um längerfristiges Investment (mit umfangreicherer Recherche) handelt.
Was sollte gehandelt werden?
Anlegern ist zu empfehlen, Produkte zu handeln, bei denen sie über gewisse Vorkenntnisse verfügen, zum Beispiel darüber, wie diese bei entsprechenden Nachrichten und technischen Signalen reagieren könnten. Eine genaue Analyse kann die Gewinnchancen erhöhen. Produkte mit denen man nicht vertraut ist, sollten besser nicht gehandelt werden.
Sollte man long oder short gehen?
Anleger sollten auch eine Short-Strategie als Investmentoption mit einbeziehen, beispielsweise, wenn der Trend klar nach unten weist. Allerdings sollten sie mit den entsprechenden Mechanismen vertraut sein.
3. Ungeeignete Ansätze
Es ist notwendig, methodisch vorzugehen, wenn es um die Auswahl eines Investments geht. Ohne einen konsistenten Ansatz ist es schwierig, echte Handelserfolge zu erreichen.
Ein erster Schritt in Richtung eines erfolgreichen Handelssystems ist ein Trading-Tagebuch an. Darin sollten alle verwendeten Handelsansätze möglichst detailliert protokolliert werden. Es sollte immer nachvollziehbar sein, warum eine Order platziert und mit welchen Ergebnis sie glattgestellt wurde. Das hilft, Fehlern zu vermeiden und das effektivste Vorgehen herauszufiltern.
Ein sinnvoller Handelsansatz sollte sich möglichst selbst erklären. Er sollte kaum oder keinen Raum für „Diskussionen“ liefern, ob eine Position geöffnet oder geschlossen werden soll.
Trading-Tagebücher sind eine sinnvolle Art, um erfolgreiche Ansätze weiterzuentwickeln.
Fragen
Ein guter Handelsansatz sollte die oben genannten Sicherheits-Kriterien erfüllen und an die Bedürfnisse eines Anlegers anpassbar sein. Grenzen Sie Ihre individuellen Tradingbedürfnisse ein:
Handelszeitraum?
Oft wird angenommen, dass erfolgreiche Trader eher kurzfristig handeln. Das ist aber keine zwingende Regel, häufig ist es sogar so, dass mittel- bis langfristige Signale verlässlicher in ihrer Aussagekraft sind.
Permanenter Marktzugang?
Wenn Sie kurzfristig handeln, müssen Sie die offene Position möglichst fortlaufend verfolgen. Sie sollten auch jederzeit technisch in der Lage sein, die Position zu schließen.
Analysezeit?
Eine detaillierte Fundamentalanalyse oder eine gründliche technische Analyse ist zeitaufwendig und erfordert ein große Vorwissen. Vor Positionseröffnung ist es jedoch unumgänglich die potenzielle Position zu analysieren und auch nach Positionseröffnung muss die Position intensiv verfolgt werden. Nur Vollzeittrader können das in der Regel leisten. Haben Sie nur hin und wieder die Möglichkeit Ihre Position zu verfolgen, dann sollten Sie eine Analysemethode wählen, die das erlaubt.
Vorwissen?
Falls Sie sich für die technische Analyse als Basis Ihrer Investments entscheiden, ist eine korrekte Interpretation von Charts und Indikatoren von grundlegender Bedeutung. Die Beurteilung von Signalen erfordert ein hohes Vorwissen.
4. Zu hohe Finanzierung
Tracker bieten eine hohe Flexibilität, da sie eine maßgeschneiderte Finanzierung erlauben. Anleger können so den Eigenkapitalanteil bei einer Position aktiv steuern. Der Gegenwert einer Position muss nicht voll in Eigenkapital hinterlegt werden.
Beispielsweise kann der Handel mit einem Index oder einem Währungspaar eine maximale Finanzierung von 99 Prozent beinhalten, sodass ein Anleger nur 1 Prozent der gesamten Position hinterlegen muss. Was heißt, dass Anleger mit einer Sicherheitsleistung von $ 100 eine Positionsgröße von $ 10.000 des zugrunde liegenden Basiswertes handeln können. Dadurch ist es möglich, auch mit einem geringen Eigenkapitalanteil an den Märkten zu agieren. Aber Vorsicht: Falls der Markt entgegen den Erwartungen läuft, wendet sich auch das Szenario gegen den Anleger. Mit Hilfe von Tracker können Anleger die exakte Höhe der Finanzierung wählen, falls damit besondere Anlageziele erreicht werden sollen. Beachten Sie jedoch: Je höher die Finanzierung ist, desto höher die Kosten bei einer Position, die über Nacht gehalten wird.
Anleger, die erstmalig Tracker nutzen, sollten eine Obergrenze der Finanzierung festlegen, die sich auf das gesamte Kapital bezieht. Bei konservativer Handelsweise ist ein Limit des Dreifachen des Eigenkapitals ratsam.
Dies würde beispielsweise bedeuten, dass bei einem zur Verfügung stehenden Gesamt-Anlagebetrag von 10.000 Euro der maximale Wert aller Positionen 30.000 Euro nicht überschreiten sollte.
Ein Stop-Loss ist zwar sehr wichtig, aber im Falle eines plötzlichen Kurssturzes kann eine kleine (konservative) Positionsgröße von noch größerer Bedeutung sein.

Stop-Loss-Aufträge können helfen Verluste zu begrenzen. Wenn jedoch das Engagement im Markt insgesamt zu hoch ist, können dennoch große Verluste entstehen. Angenommen, ein Stop-Loss von 25 Cent bei einem Engagement von $10.000 würde einen Verlust von $2500 bedeuten, hätte ein Engagement von $5000 bei einem Stop-Loss in Höhe von 25 Cent nur einen Verlust von $1.250 zur Folge.
5. Unzureichende Beobachtung und Protokollierung
Viele Anleger konzentrieren sich oft zu stark auf die Auswahl der nächsten Position. Riskant ist das vor allem dann, wenn die Überwachung der existierenden Positionen dadurch leidet.
Es ist ratsam, die Charts der einzelnen Positionen stetig zu verfolgen. Zudem sollte zu jeder Position Protokoll geführt werden, in dem Gewinne und Verluste, Anzahl der Handelstage, Finanzierungskosten, das Gewinn-Verlust-Verhältnis oder beispielsweise die durchschnittliche Gewinn- und Verlusthöhe aufgeführt sind. Je mehr Daten für jede Position verfügbar sind, umso einfacher ist es, Schwachstellen des Investitionsansatzes auszumachen. Ein Trading-Tagebuch hält zudem alle Entscheidungsgründe für ein Investment fest. Bei künftigen Investitionen kann somit leichter auf bereits gemachte Erfahrungen zurückgegriffen werden.

