Chart Typen


Charts sind für die technische Analyse von Marktpreisen die Grundvoraussetzung. Gebräuchlichste Charttypen sind:

Liniencharts bilden lediglich die Schlusskurse von Preisperioden ab. Bei Liniencharts werden die Schlusskurse mit Linien (daher der Name) verbunden. Liniencharts sind eine der grundlegendsten Chartformen.

Bild 1.1 – Beispiel für einen Linienchart

Balken-Charts bestehen aus senkrechten Balken, von denen jeder den Eröffnungskurs (O), Höchstkurs (H), den Tiefstkurs (L) und den Schlusskurs (C) der jeweiligen Zeitperiode anzeigt. Die senkrechte Achse des Charts zeigt die Preisschwankungen, die horizontale Achse repräsentiert die Zeitperioden. Gewöhnlich sind das Tage (es gibt aber zum Beispiel auch Wochen- und Monatscharts). Theoretisch sieht ein Tages-Balken so aus:

Die Differenz zwischen dem Tageshöchst- und Tagestiefstpreis wird auch als Tages-Handelsspanne bezeichnet.

Das nachfolgende Beispiel zeigt den Linienchart von oben als Balkenchart.

Bild 1.2 – Beispiel für einen Balkenchart

Kerzencharts oder auch Candelstick-Charts gleichen den Balkencharts darin, dass jede Kerze die gleichen Informationen wie ein Balken aufzeigt und dass sie sich farblich unterscheiden, je nachdem, ob der Schlusspreis höher liegt als der Eröffnungspreis (ihr im Beispiel: grün) oder tiefer (rot). Der Kerzenkörper ist der Teil der Tagesbewegung zwischen dem Eröffnungs- und dem Schlusskurs. Die Linien ober- und unterhalb heißen allgemein Schatten, der obere Schatten ist der Docht, der untere Schatten die Lunte.

Wie auch bei den Balkencharts zeigt die Länge der gesamten Kerze die Handelsspanne des Tages, während die Größe des Kerzenkörpers vom Abstand zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs abhängt – wenn es einen gibt. Die Farbe des Körpers hängt davon ab, ob der Preis während des Tages höher oder tiefer geschlossen hat, als er eröffnet hat. Das nachfolgende Beispiel zeigt den vorhergehenden Balken- und Linienchart als japanischen Kerzenchart.

Wie man in Bild 1.3 erkennt, sollte der Gesamteindruck des Charts theoretisch dem Balkenchart sehr ähnlich sein. Durch die unterschiedliche Farbgebung (im Beispiel rot und grün) lässt sich darüber hinaus die Häufigkeit von "guten" und "schlechten" Tradingtagen in ihrer Abfolge leichter erkennen.

Bild 1.3 – Praktisches Beispiel für einen Japanischen Kerzenchart.

Japanische Kerzencharts gelten als einer der nützlichsten Charttypen.

Spread-Charts zeigen die Geld- und Briefkurse, die als doppelte Linie gezeichnet werden, innerhalb eines Charts. Die blaue Linie zeigt den Kaufkurs (Briefkurs, Ask, Offer), die orangene Linie zeigt den Verkaufskurs (Geldkurs, Bid). Die schattierte Fläche ist die Differenz zwischen beiden, oder der „Spread“ oder auch Geld-Brief-Spanne genannt. Spread-Charts sind ein nützliches Analyseinstrument, um die Stabilität der Geld-Brief-Spanne eines gehandelten Produkts zu analysieren. Trader nutzen Spread-Charts, um Veränderungen des Spreads während wichtiger Marktnachrichten zu analysieren, etwa bei Bekanntgabe von Arbeitsmarkt-Daten, Zinsentscheidungen oder Einzelhandelsumsätzen. Spread-Charts werden zweckmäßig in kurzen Zeitintervall-Einstellungen von 1 oder 5 Minuten betrachtet.

Bild 1.4 – Beispiel für einen Spread-Chart