Finanzmärkte

Die Welt tracken: Welche Märkte lassen sich traden?


Auf den Weltmärkten handeln

In den vergangenen Jahren hat sich der Handel an den Börsen rasant verändert. Infolge der Globalisierung der Finanzmärkte haben Anleger heute nie gekannte Möglichkeiten, um in Märkte, Regionen, Branchen, Währungen, Rohstoffe, Anleihen oder andere Anlageklassen zu investieren.

Tauchen Sie mit uns ein, in die neue Welt des Börsenhandels.

Welche Märkte sollten Sie handeln?

Die Entscheidung, welche der zahlreichen Märkte man handeln möchte, erscheint auf den ersten Blick schwierig. Daher einige Tipps und Hinweise zur besseren Entscheidungsfindung:

a) Handeln Sie, was Sie kennen

Viele Anleger starten ihre Handelsaktivitäten mit Aktien von Unternehmen, die Ihnen bekannt sind oder aus Ihrem eigenen Land stammen, bevor sie sich auf das internationale Parkett wagen oder andere Branchen in Augenschein nehmen.

b) Gehen Sie Schritt für Schritt vor

Sobald Sie einige Sicherheit auf den Finanzmärkten gewonnen haben, möchten Sie vielleicht den einen oder anderen Bereich erkunden. Hier ist es ratsam, in verwandte Märkte oder Branchen zu investieren. Dazu ein Beispiel: Wer bereits mit einzelnen Aktien gehandelt hat, könnte sich als nächstes mit Aktienindizes beschäftigen.

c) Das große Ganze oder verborgene Schätze?

Für Investoren, die die Vorteile von nationalen oder globalen Trends nutzen möchten, eignet sich der Handel mit Währungen, Anleihen oder Indizes. Auf der anderen Seite kann es aber auch attraktiv sein, auf dem heimischen Markt nach interessanten Aktien Ausschau zu halten. Diese müssen nicht unbedingt im Rampenlicht stehen, solange sie nur über aussichtsreiche Perspektiven verfügen.

d) Der perfekte Zeitpunkt

Zuweilen können die Handelszeiten der einzelnen Finanzmärkte bei der Auswahl der Märkte helfen. Möchten Sie während der eigenen Arbeitszeiten handeln? Dann bieten sich lokale Märkte an. Wenn Ihnen der Handel morgens oder spät abends lieber ist, können Märkte aus Übersee in Frage kommen.

Beachten Sie hierzu, dass ein Grund, warum der Handel mit Indizes, Rohstoffen und Währungen in den letzten Jahren an Popularität gewonnen hat, die Möglichkeit ist, dass diese rund um die Uhr gehandelt werden können.

e) Die „treibenden Kräfte“ erkennen

Auch wenn Investitionen in verschiedene Märkte oder Segmente sich im Detail unterscheiden mögen, so ähneln sich doch die treibenden Kräfte hinter den Märkten. Hierzu zählen unter anderem Zinssätze, Inflationserwartungen und BIP-Wachstum. Mit zunehmender Erfahrung auf einem Markt lassen sich die gewonnenen Erkenntnisse relativ sicher auf andere Märkte übertragen.

Branchen

Auf den Aktienmärkten wird zuweilen deutlich, dass man bestimmten Branchenrisiken unterliegt. Aktien von Unternehmen aus der Mineralölwirtschaft korrelieren zum Beispiel stark mit dem Ölpreis. Fällt dieser, fallen auch die Aktien der Öl-Unternehmen .

Die wichtigste Maßnahme, die Anleger zum Ausgleich eines unternehmensspezifischen Risikos beim Handel mit Aktien ergreifen können, liegt in der Diversifikation (Streuung) über eine Gruppe von Aktien. Es existieren drei Kategorien von Diversifikation: Die erste besteht darin, mehr als nur ein Unternehmen innerhalb einer Branche zu handeln. Die zweite Kategorie liegt in der Streuung über mehrere Branchen. Der dritte besteht in der Diversifikation über mehrere Märkte beziehungsweise Länder.

Branchen lassen sich auf verschiedene Weise einteilen. Zu den vier bekanntesten Kategorien gehören:

a) Zinssensitive Sektoren (zum Beispiel Finanzdienstleister, Energieversorger, Telekommunikationsunternehmen)

Diese Unternehmen haben tendenziell einen hohen Verschuldungsgrad, so dass die Zinslast einen bedeutenden Teil ihrer Ausgaben bildet. Solche Marktteilnehmer agieren erfolgreicher in Phasen fallender Zinssätze und schwächer bei steigendem Zinsniveau.

b) Defensive Sektoren (zum Beispiel Grundnahrungsmittel und Gesundheitsversorgung)

Unternehmen aus diesen Bereichen weisen tendenziell relativ stabile und vorhersehbare Umsatz- und Gewinnströme auf. Dies liegt unter anderem daran, dass sie Güter produzieren und verkaufen, die unabhängig von konjunkturellen Entwicklungen für den täglichen Gebrauch notwendig sind. Hierzu gehören Lebensmittel, Pflegeprodukte und Arzneimittel. In Phasen ökonomischer Stagnation performen solche Branchen in der Regel besser als der Gesamtmarkt. Umgekehrt bleiben defensive Sektoren in wirtschaftlichen Aufschwungphasen hinter dem Markt zurück.

c) Konjunktursensitive Sektoren (zum Beispiel zyklischer Konsum, Industrie)

Diese Branchen schneiden in Zeiten wirtschaftlicher Prosperität sehr gut ab und schwächer während Rezessionen, da sie Waren und Güter herstellen, deren Nachfrage stark vom Konjunkturzyklus abhängt. Branchen, deren Produkte bei konjunkturellen Schwächephasen weniger nachgefragt werden, sind beispielsweise Autobauer, Modehersteller und Tourismuskonzerne.

d) Kapitalintensive Sektoren (zum Beispiel Energiewirtschaft, Infrastruktur, Technologie)

Das Wachstum dieser Branchen wird oft von Großprojekten angetrieben, die lange Vorbereitungszeiten erfordern. Daher kann es vorkommen, dass die Umsatzentwicklung in solchen Sektoren dem konjunkturellen Zyklus zeitlich hinterherläuft. Die Unternehmen möchten zunächst sicherstellen, dass sich die Wirtschaft nachhaltig gebessert hat, bevor sie solche umfangreiche Investitionen realisieren. Diese werden dann schließlich fertig gestellt, auch wenn nach einem wirtschaftlichen Wendepunkt die Budgets wieder heruntergefahren werden.

Die Einordnung von Technologiefirmen in diese Kategorie bezieht sich vor allem auf Unternehmen, mit Fokus auf das Geschäftskundensegment. Technologieunternehmen, die den privaten Konsumenten als Zielgruppe haben, gehören eher in die Kategorie „zyklischer Konsum“.

Aktien

Die Aktie gehört weltweit zu den am weitest verbreiteten Anlageformen. Wer eine Aktie erwirbt, beteiligt sich am Kapital einer Aktiengesellschaft. Daher werden Aktien auch als Anteilsscheine bezeichnet. Die Idee einer Aktiengesellschaft ist im Grunde einfach: Viele Personen – die Aktionäre – bringen das Eigenkapital auf, das für den Betrieb und für den Fortbestand eines Unternehmens notwendig ist. Sie teilen sich einerseits die Risiken, andererseits die Chancen des Unternehmens.

Je größer der Kapitalbedarf in einer Volkswirtschaft ist, umso mehr ist sie darauf angewiesen, dass sich möglichst viele Anleger an der Bildung und Zufuhr von Eigenkapital beteiligen. Ohne die Aktie wäre die Industrialisierung nicht möglich gewesen. Auch heute noch stellt die Aktie für Unternehmen ein enorm wichtiges Instrument der Außenfinanzierung dar – etwa um neue Werke zu errichten, Innovationen zu entwickeln oder Geschäftsbereiche hinzuzukaufen.

Die Höhe der mit einer Aktie verbundenen Beteiligung an der Aktiengesellschaft hängt von der Gesamtzahl der Aktien ab, die das Unternehmen ausgegeben hat. Alle Aktien zusammen verkörpern das Grundkapital der Gesellschaft. Das Grundkapital ist jedoch lediglich von rechtlicher Bedeutung. Der wahre Wert einer Aktiengesellschaft und ihrer Aktien ist ihr Kurswert, der sich – sofern das Unternehmen an der Börse notiert ist – im Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage dort ständig neu bildet.

Kauft der Anleger eine neu ausgegebene Aktie (Neuemission), fließt das Geld dem Unternehmen als Eigenkapital zu, sodass es Investitionen finanzieren kann. Erwirbt er eine Aktie, die bereits im Umlauf ist, tritt der Anleger lediglich an die Stelle eines früheren Inhabers.

Für den Aktionär bietet die Aktie grundsätzlich zwei Ertragsquellen: Die Dividende und den Kursgewinn. Beide haben die gleiche Grundlage: Den Gewinn des Unternehmens. Darunter versteht man den Überschuss der Erträge über die Aufwendungen. Der Gewinn wird in der Regel nur zu einem Teil an die Aktionäre ausgeschüttet (Dividende). Der andere Teil wird thesauriert, das heißt, er verbleibt im Unternehmen und stärkt das Vermögen, an dem der Aktionär beteiligt ist.

Um von Kursveränderungen zu profitieren haben Anleger zwei Möglichkeiten: Ersten, indem man günstig einkauft und teurer verkauft. In diesem Fall spekuliert man auf steigende Kurse, im Fachjargon wird dieser Ansatz als „long“ bezeichnet. Die andere Möglichkeit ist, die Aktie teuer leer zu verkaufen und sich später günstig einzudecken. In diesem Fall wird auf fallende Kurse gesetzt (short).

Langfristig sind die Kursbewegungen vor allem durch die Ertragslage der Unternehmen bestimmt. Diese wird ihrerseits durch die Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der politischen Rahmenbedingungen, aber auch durch die Fähigkeit der Unternehmen beeinflusst, Marktchancen rechtzeitig zu nutzen und mit ungünstigen Umständen fertig zu werden. Mittelfristig beeinflussen Ereignisse aus dem Bereich der Wirtschafts-, Währungs- und Geldpolitik das Geschehen auf dem Aktienmarkt. Veränderungen in diesen Bereichen wirken sich auf die Rahmendaten für Unternehmen aus und werden deshalb an der Börse stark beachtet. Vorübergehend können aktuelle, zeitlich begrenzte Ereignisse, wie Auseinandersetzungen zwischen den Tarifpartnern oder auch internationale Konflikte, Einfluss auf die Stimmung an den Märkten und damit auf die Kursentwicklung nehmen. Hier sind häufig auch psychologische Faktoren von Bedeutung.

Zusammengefasst: Kursschwankungen von Aktien beruhen letztlich darauf, dass Vermögen und Gewinne der Unternehmen und deren Bewertung sich ständig verändern. Diese Veränderungen können für den Anleger Chance aber auch Risiko sein.

Staatsanleihen

Der Markt für Staatsanleihen (Government Bonds), ist ebenfalls sehr volumenstark. Hier können Anleger unter Berücksichtigung der volkswirtschaftlichen Perspektiven auf Zins- beziehungsweise Kursveränderungen spekulieren.

Die meisten großen Investoren wie Banken, Pensionskassen oder Versicherungen kaufen Anleihen gemeinhin mit dem Ziel, diese bis zu Ihrer Fälligkeit zu halten und betrachten die Zinserträge aus den Anleihen als Haupterlösquelle. Das ist aber nur ein Aspekt. Denn Anleihekurse sind nicht starr. Sie verändern sich je nach Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds oder des Zinsniveaus. Diese Kursbewegungen bieten Anlegern weitere interessante Investmentchancen.

Investoren, die Staatsanleihen erwerben, erhalten dafür regelmäßige Zinszahlungen. Deren Höhe hängt insbesondere von zwei Faktoren ab: der Inflationsrate im jeweiligen Land und der Bonität, also der Kreditwürdigkeit, des Schuldnerstaats. Anleger werden in der Regel nur dann Staatsanleihen kaufen, wenn die Zinszahlungen der Staatsanleihe zumindest die Inflationsrate abdeckt. Nur dann lassen sich reale Gewinne erzielen. Darüber hinaus verlangen Investoren tendenziell eine Prämie, deren Höhe sich nach der Bonität des Emittenten richtet. Wird dessen Fähigkeit, seinen Zins- und Tilgungszahlungen nachzukommen als hoch eingeschätzt, wird er einen geringeren Zinsaufschlag zahlen müssen als ein Schuldner mit schlechterer Kreditwürdigkeit.

Der Zusammenhang zwischen Bonität und Zins wurde auch während der Europäischen Währungskrise deutlich, als sich Schuldenländer wie Griechenland oder Portugal aufgrund des gestiegenen Ausfallrisikos mit steigenden Zinsen für ihre Anleihen konfrontiert sahen.

Bei Staatsanleihen wird die Höhe der Zinszahlungen in der Regel bei Emission fest fixiert. Doch was passiert, wenn sich im Zeitverlauf die Rahmenbedingungen ändern, etwa die Inflation steigt oder sich die Bonität des Schuldnerlandes verschlechtert? Da der Kupon fix ist, spiegelt sich das veränderte Zinsniveau bei bereits im Umlauf befindlichen Papieren durch den Kurs wieder. Dazu ein Beispiel: Eine Staatsanleihe mit zehn Jahren Laufzeit und einem Kupon von 5 Prozent wurde zu einem Kurs von 100 Prozent emittiert. Kurz darauf hat sich das Zinsniveau auf 6 Prozent erhöht. Niemand würde dann mehr die 5-Prozent-Anleihe kaufen. Der Anleihekurs wird daher unter 100 Prozent sinken bis sich ein Kurs ergibt, der das Papier mit neuen Emissionen zu 6 Prozent gleichstellt.

Folgender Zusammenhang wird deutlich: Steigen die Zinsen, fallen die Kurse für bereits erhältliche Anleihen. Umgekehrt steigen die Kurse bereits emittierter Anleihen, wenn das Zinsniveau fällt. Diese spiegelbildliche Entwicklung von Zinssätzen und Anleihepreisen spielt für den Handel mit Anleihen eine Schlüsselrolle.

Auch der Laufzeit kommt eine große Bedeutung bei. Zentralbanken nutzen kurzfristige Zinsen gemeinhin, um die konjunkturelle Entwicklung anzukurbeln oder abzubremsen. Folglich können zwischen kurzfristigen und langfristigen Zinssätzen große Unterschiede bestehen. Meistens liegen die langfristigen Zinssätze höher, um den Risiken von wirtschaftlichen Veränderungen gerecht zu werden (steigende Zinsstrukturkurve). In Ausnahmefällen können die kurzfristigen Zinssätze aber auch über den langfristigen Raten liegen, insbesondere dann, wenn Zentralbanken bestrebt sind, konjunkturelle Überhitzung oder Inflation einzudämmen (fallende beziehungsweise inverse Zinsstrukturkurve).

Aktienmarktindizes

Aktienmarktindizes bedeuten für ein Portfolio vor allem eines: Diversifikation. Sie spiegeln die ganze Bandbreiter einer Volkswirtschaft wider. Das reduziert das Risiko hinsichtlich der Schwankungen einzelner Titel oder Branchen.

Wer dagegen nur in einzelne Sektoren investiert, läuft Gefahr, bei einem sich verschlechternden Branchenumfeld überproportionale Verluste zu erleiden. Beispielsweise können Anleger, die nur auf die Energiebranche setzen bei fallenden Rohstoffpreisen unter Druck geraten. Dieses Risiko lässt sich verringern, indem man zugleich Zugriff auf weitere Branchen hat, die umgekehrt von fallenden Energiepreisen profitieren, wie zum Beispiel die Transportwirtschaft Aktienmarktindizes bieten in der Regel eine solch breite Marktabdeckung.

Die meisten handelbaren Indizes bündeln die größten und liquidesten Unternehmen innerhalb eines bestimmten Landes oder an einer bestimmten Börse. Ein weiterer Vorteil, der für marktbreite Indizes spricht, ist die hohe Medienaufmerksamkeit, die ihnen zuteil wird. Das erleichtert dem Anleger die Recherche beziehungswiese die Informationsbeschaffung.

Einige der bekanntesten Aktienmarktindizes sind:

Europa

UK100 (ähnlich dem FTSE 100)
German 30 (ähnlich dem DAX)
French 40 (ähnlich dem CAC)
Spain 35, Sweden 30 and Italy 40

Nordamerika

US30 (ähnlich dem Dow Jones Industrial Average)
US SPX500 (ähnlich dem S&P 500)
US NDAQ 100 (ähnlich dem NASDAQ 100)
US Small Cap 2000 (ähnlich dem 2000 ?)
Canada 60 (ähnlich dem S&P/TSX 60)

Asien-Pazifik

Hong Kong 43 (ähnlich dem Hang Seng)
Japan 225 (ähnlich dem Nikkei)
Australia 200 (ähnlich dem S&P/ASX 200)

Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass sich Indizes aus der gleichen Region, zum Beispiel aus Europa, tendenziell ähnlich verhalten, da sich das wirtschaftliche Umfeld meistens sehr ähnelt und darüber hinaus starke außenwirtschaftliche Verflechtungen zwischen den Ländern bestehen.

Unterschiede zwischen den Indizes gibt es häufig bei der Gewichtung der Sektoren. Beispielsweise haben im US-Index SPX500 die Sektoren Verbrauchsgüter, Finanzdienste, Technologie und Gesundheitsversorgung eine relativ hohe Bedeutung. Kanadische und Australische Indizes werden dagegen verstärkt von Rohstoff- und Energietiteln dominiert. Der Hong Kong 43 wiederum beinhaltet zahlreiche Finanzwerte insbesondere aus dem Immobilienbereich, wohingegen der UK 100 eine hohe Konzentration auf Bankwerte, Pharmazietitel sowie Firmen aus den Sektoren Metalle und Rohöl aufweist.

Währungen

Der Devisenmarkt ist der liquideste Markt der Welt. Nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) liegt das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen bei knapp vier Billionen Dollar. Die hohen Umsätze sorgen für höchste Preiseffizienz, geringe Spreads sowie eine hohe Orderausführgeschwindigkeit. Außerdem kennt der Handel mit Währungen keine Ruhepause. Durch die Zeitzonen in Asien, Europa und Amerika sind Devisen 24 Stunden am Tag handelbar.

Für Anleger bieten Währungen eine Reihe von Vorteilen: Sie korrelierten historisch betrachtet negativ mit Anleihen und marginal positiv mit Aktien. Die Eigenschaft eröffnet einen hohen Diversifizierungsnutzen. Währungsanlagen leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Senkung des Gesamtrisikos eines Portfolios. Ein ebenso wichtiges Motiv für Deviseninvestments ist natürlich die Chance auf Wechselkursgewinne.

Doch was bewegt eigentlich den Wechselkurs? Grundsätzlich bestimmt das Spiel zwischen Angebot und Nachfrage den Preis, vorausgesetzt es handelt sich um freie Wechselkurssysteme. Wer die Preisentwicklung prognostizieren will, muss sich daher mit dem Angebots- und Nachfrageverhalten der verschiedenen Akteure am Devisenmarkt beschäftigen. Ein Teil der Transaktionen auf dem Devisenmarkt basiert auf dem grenzüberschreitenden Handel mit Gütern und Dienstleistungen. Exporteure und Importeure treten also als Anbieter oder Nachfrager von Währungen auf, entweder zur Absicherung ihrer Geschäfte oder zum Tausch erhaltener beziehungsweise benötigter Währungen.

Die weitaus größere Gruppe stellen jedoch die Investoren dar, die mit ihren Aktivitäten in erster Linie Renditeziele verfolgen. Hier setzt die Zinsparitäten-Theorie an. Sie basiert auf der Überlegung, dass Anleger ihr Geld dort investieren, wo es eine höhere Verzinsung erbringt. So macht eine Zinssenkung der Notenbank eine Währung „unattraktiver“. Daher ziehen die Anleger – so zumindest die Theorie – ihr Geld von dort ab und legen es in einer ertragreicheren Devise an.

Für Währungen werden standardisierten Codes verwendet werden. Der Euro wird zum Beispiel mit EUR abgekürzt, der US-Dollar mit USD. Das Devisenpaar EUR/USD drückt aus, wie viele Einheiten der zweiten Währung des Paares (Counter Currency) notwendig sind, um eine Einheit der ersten Währung des Devisenpaares (Base Currency) zu erwerben. Ein EUR/USD-Kurs von 1,30 USD bedeutet demnach, dass für einen Euro 1,30 Dollar gezahlt werden müssen. Steigt der EUR/USD-Kurs auf 1,35 Dollar, dann ist ein Euro mehr Dollar wert. Im Fachjargon sagt man, der Euro hat gegenüber dem Dollar aufgewertet. Sinkt der EUR/USD-Kurs von 1,30 auf 1,25 Dollar, dann hat der Euro gegenüber den Dollar abgewertet.

Euro und Dollar sind so genannte Major-Währungen, Das ist die Bezeichnung für die am meisten gehandelten Devisenpaare. Zu den Majors zählen die Kombinationen aus EUR, USD, JPY (Japanischer Yen), CHF (Schweizer Franken) und GBP (Britisches Pfund). Weniger stark gehandelte Devisen werden als Minors bezeichnet. Immer stärker in den Fokus der Anleger rücken auch so genannten Rohstoffwährungen. Dazu zählen unter anderem der Australische Dollar (AUD), die Norwegische Krone (NOK), der Kanadische Dollar (CAD), der Neuseeländische Dollar (NZD) und der Südafrikanische Rand (ZAR). Der Wert dieser Währungen unterliegt in besonderem Maß den Rohstoffpreisen, da die jeweiligen Länder über umfangreiche Bodenschätze verfügen, deren Export einen signifikanten Beitrag zur Wirtschaftsleistung darstellt. Am Devisenmarkt können auch Cross-Rates (Kreuzkurse) gehandelt werden. Darunter versteht man einen Wechselkurs, der sich aus Anlegersicht aus zwei Fremdwährungen zusammensetzt. Für einen Anleger aus dem Euroraum ist folglich der Kurs des Paares GBP/USD ein Kreuzkurs.

Währungsanleger können bei ihren Transaktionen verschiedene Strategien verfolgen. Zu den bekanntesten gehören Carry Trade, Momentum und Valuation. Ein Carry Trader kauft hochverzinsliche Währungen gegen niedrigverzinsliche Währungen, um auf diese Weise von der Zinsdifferenz zu profitieren. Bei der Momentum-Strategie wiederum werden stark performende Währungen gekauft und schwach laufende Devisen verkauft, in der Erwartung, dass sich der Trend fortsetzt. Der Valuation-Ansatz setzt auf die Kaufkraftparitätentheorie, die besagt, dass sich Währungen langfristig in Richtung ihres „wahren Wertes“ entwickeln. Der Devisentrader kauft demnach unterbewertete und verkauft überbewertete Währungen.

Rohstoffe

Rohstoff-Investments haben in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Das liegt zum einen daran, dass Rohstoffe in puncto Performance seit der Jahrtausendwende zum Teil deutlich besser abgeschnitten haben als Aktienanlagen. Zum anderen haben auch der hohe Diversifizierungsnutzen, den Rohstoffe im Portfolio-Kontext bieten sowie ihre Eigenschaft als inflationsgeschützte Anlagen zur steigenden Beliebtheit beigetragen.

Die Rohstoffmärkte unterscheiden sich in mancherlei Hinsicht von den Aktienmärkten. So werden Aktien in der Regel ausschließlich zu Anlage- und Spekulationszwecken gekauft. Rohstoffe hingegen werden in erster Linie erworben, um sie in ihrem Produktionsprozess einzusetzen, zum Beispiel als Ausgangsstoff für ein bestimmtes Endprodukt (zum Beispiel Kupfer) oder als Energielieferant für die Produktion (zum Beispiel Öl). Einen weiteren wesentlichen Unterschied zu den Aktienmärkten stellt die Handelbarkeit der Anlageklasse Rohstoffe dar. Aktien können problemlos über eine Börse gekauft und anschließend in einem Depot verwahrt werden.

Bei Rohstoffen ist das etwas komplizierter. Mit Ausnahme von Edelmetallen wie Gold oder Silber können sie zu Anlagezwecken nicht einfach physisch erworben und bis zum Verkauf verwahrt werden. Man denke an die enormen Lagerkosten oder an die Verderblichkeit von Agrargütern. Um dennoch in Rohstoffe investieren zu können, erfolgen Rohstoff-Investments in der Regel über Futures. Das sind börsengehandelte Terminkontrakte, die, um eine Lieferung oder Abnahme zu vermeiden, jederzeit glatt gestellt oder – falls der Anleger weiter investiert bleiben will – in einen später fällig werdenden Kontrakt umgeschichtet (gerollt) werden können.

Während Rohstoff-Futures von Anlegern vor allem zu Spekulationszwecken ge- oder verkauft, um auf diese Weise von steigenden oder fallenden Preisen zu profitieren, stellen sie für Unternehmen auch ein wichtiges Absicherungsinstrument (Hedging) dar. So kann zum Beispiel Agrarbetrieb die nächste Weizenernte auf Termin zu einem vorab fixierten Preis verkaufen und damit seine Planungssicherheit erhöhen.

In der Praxis werden Rohstoffe meistens in die folgenden vier Kategorien eingeteilt:

a) Energierohstoffe
(zum Beispiel: Rohöl, Erdgas, Benzin, Heizöl)
Energierohstoffe sind aus unserem alltäglichen Leben, aber auch aus der gesamten Wirtschaft nicht wegzudenken. Sie liefern Strom und Wärme, dienen als Treibstoff und werden zu einer Vielzahl an Produkten weiterverarbeitet. Somit sind sie von grundlegender Bedeutung für das Funktionieren der Wirtschaft und den Erhalt des Lebensstandards. Die Nachfrage nach Energierohstoffen hängen in starkem Maß von der Entwicklung der Weltwirtschaft ab. Boomt die globale Konjunktur, wird mehr Energie ge- und verbraucht, was wiederum die Nachfrage nach Energierohstoffen und somit deren Preise erhöht. In wirtschaftlichen Schwächephasen sinken die Preise dagegen ab. Darüber hinaus kann das Wetter die Preise von Energieträgern wie Erdgas und Heizöl, die zum Heizen von Gebäuden genutzt werden, beeinflussen. Auf der Angebotsseite zeigen sich vor allem zwei Besonderheiten: Ein bedeutender Anteil der globalen Energieversorgung, insbesondere im Zusammenhang mit Rohöl, stammt aus politisch instabilen Weltregionen. Infolgedessen können politische Unruhen das Öl-Angebot stark beeinträchtigen. Der zweite Punkt: Obwohl es auf der Erde noch sehr große Vorkommen an Energierohstoffen gibt, ist deren Endlichkeit unstrittig. Auf lange Sicht wird das Angebot also immer knapper.

b) Industriemetalle (Basismetalle)
(zum Beispiel: Kupfer, Aluminium, Nickel, Zinn, Zink)
Metalle, die in der industriellen Produktion eingesetzt werden, reagieren ebenfalls sensibel auf die Entwicklung der globalen Wirtschaft, da die Nachfrage vom Konjunkturzyklus abhängt. Auf der anderen Seite hängt das Angebot vor allem von der Erschließen neuer Vorkommen oder dem Ausbau bestehender Ressourcen ab. Streiks und Förderschwierigkeiten können hierbei zu einer temporären Verknappung führen. In den vergangenen Jahren wurde die Nachfrage nach Basismetallen stark vom Bedarf in den Schwellenländern insbesondere aus China angetrieben.

c) Agrarrohstoffe & Nutzvieh
(zum Beispiel: Weizen, Mais, Baumwolle, Zucker, Kaffee, Rinder)
Die Preisentwicklung von Agrarrohstoffen unterliegt Einflüssen, die an den Aktien- und Rentenmärkten sowie auch in anderen Segmenten der Rohstoffmärkte keine Rolle spielen. Auf der Angebotsseite spielen die Entwicklung der landwirtschaftlichen Nutzflächen, jahreszeitliche Zyklen und witterungsbedingte Risiken eine wichtige Rolle. Auf der Nachfrageseite sorgen vor allem die zunehmende Erdbevölkerung sowie der steigenden Wohlstand in den Schwellenländern für einen steigenden Bedarf an Agrarrohstoffen.

d) Edelmetalle
(zum Beispiel: Gold, Silber, Platin, Palladium)
Im Vergleich zu allen anderen Rohstoffen besitzen Edelmetalle eine Sonderrolle. Denn im Gegensatz zu Industriemetallen, Energie- oder Agrarrohstoffen sind sie auch zu Investitionszwecken zu vertretbaren Kosten lagerfähig. Da Edelmetalle als sicherer Hafen in Krisen- oder Inflationszeiten angesehen werden, steigen ihre Preise in solchen unsicheren Phasen in der Regel deutlich an.