Trendlinien

Trendlinien-Strategien


Trendlinien werden in der technischen Analyse genutzt, um Auf- oder Abwärtstrends grafisch anschaulich darzustellen. Aufwärtstrend-Linien verbinden die ansteigenden Tiefs miteinander. Eine Trendlinie kann auch als Trend-Unterstützungs-Linie bezeichnet werden, weil sie die Richtung eines Trends anzeigt und als Unterstützungslinie dient (siehe auch Abschnitt „Unterstützung und Widerstand“). Im Falle eines Abwärtstrends wird die Linie über die zurückliegenden fallenden Hochpunkte gezogen. Grafik 1.1 und Grafik 1.2 zeigen Beispiele von Abwärts- und Aufwärts-Trendlinien.

Üblicherweise werden als Auflagepunkte bei Kerzencharts die Hochs und Tiefs der Kerzen genommen, nicht die Schlusspreise.

Grafik 1.1 – Trendlinie (Abwärtstrend). Verbindung der fallenden Hochpunkte.

Grafik 1.2 – Trendlinie (Aufwärtstrend). Verbindung der ansteigenden Tiefpunkte

Gewöhnlich gelten folgende Regeln für Trendlinien und Trendkanäle:

  1. Preisrückgänge auf die untere Begrenzungslinie eines bestehenden Aufwärtstrendkanals beziehungsweise Preisanstiege an die obere Begrenzungslinie eines Abwärtstrendkanals bieten oft gute Möglichkeiten für Positionseröffnungen, um den bestehenden Trend zu folgen.
  1. Wird eine Aufwärts-Trendlinie unterschritten, insbesondere auf Schlusskursbasis, ist das in der Regel ein gutes Verkaufssignal. Wird eine Abwärts-Trendlinie überschritten, ist das meist ein gutes Kaufsignal. Wichtig ist, dass die Linien nachhaltig gebrochen sind. Häufig gibt es deshalb Prozentsatzregeln, nach denen die Linie durchbrochen sein muss. Beispiel: Der Aktienkurs sollte sich mindestens um ein Prozent von der Ausbruchslinie entfernt haben..

    Aufwärts-Trendlinien dienen auch als Unterstützung (siehe auch Regel 1). Nähert sich der Kurs dieser Unterstützung und diese hält, kann dies als Kaufsignal gewertet werden. Wird eine Trendline gebrochen hat das häufig eine Trendumkehr oder einen Seitwärtstrend zur Folge.

    Abwärts-Trendlinien dagegen sind oft Widerstandszonen nach oben. Trader könnten dies nutzen, indem sie jeweils verkaufen, wenn sich der Kurs der Abwärts-Trendlinie nähert. In Grafik 1.3 wird deutlich, dass sich bei diesem Vorgehen idealtypisch günstige Einstiegspunkte nahe der oberen Begrenzungslinie eines Abwärtstrends ergeben können.

Grafik 1.3 – Auftragsplatzierung in einem Abwärtstrend unter Nutzung von Trendlinienv

Vorsicht: Ein Preisanstieg über die Linie würde per Definition technisch als Trendbruch gewertet werden. Die Folge könnte ein heftiger kurzer Preisanstieg sein. In diesem Fall sollten bestehende Short-Positionen aus Risikoaspekten heraus geschlossen werden.

Grafik 1.4 – Auftragsplatzierung in einem Abwärtstrend unter Nutzung von Trendlinien mit Trendbruch

Grafik 1.4 zeigt einen Abwärtstrend. Die idealtypischen Einstiegszeitpunkte für eine Short-Position sind entlang der Trendlinie gekennzeichnet. Am Ende des Charts findet ein Trendbruch mit einer anschließenden kräftigen Kursbewegung nach oben statt.

Achten Sie darauf, dass Ihre Tracker-Chart-Software es Ihnen erlaubt, eigene Trendlinien zu zeichnen. Sie finden diese Möglichkeit unter den Zeichenwerkzeugen des Charts.

Tücken der Trendlinien

Die technische Analyse ist keine statische Prognosemethode. Charts verändern sich und damit müssen auch Trendverläufe immer wieder neu angepasst werden. Beschleunigt sich beispielsweise eine Kursbewegung, verläuft der Trend ab diesem Zeitpunkt steiler oder es kommt zu einer Verlangsamung der Kursbewegung und der Trend flacht sich ab. Es ist auch möglich, das ein Trend nach einem zwischenzeitlichen dynamischeren Verlauf wieder auf seinen früheren Trend zurückkehrt (siehe Grafik 1.5). Trendbeschleunigungen beziehungsweise Trendabflachungen müssen von dauerhaften Trendbrüchen unterschieden werden.

Grafik 1.5 – Welche Trendlinie ist die richtige?