Faktoren, die den Währungshandel beeinflussen?

Wie in allen Märkten bestimmen auch beim Währungshandel Angebot und Nachfrage die Kurse. Einige der wichtigsten Einflussfaktoren hierbei sind:


Wirtschaftliches Wachstum

Länder mit stabilen, wachsenden Volkswirtschaften werden gemeinhin von Anleger favorisiert und ziehen daher Kapitalströme an. Bedeutende Länder geben regelmäßig Berichte zu Ihren Wirtschaftsdaten heraus. Diese Veröffentlichungen wirken sich auf die Erwartungen der Marktteilnehmer hinsichtlich künftigen Wachstums und auf Maßnahmen der Geldpolitik aus. Die Publikationen beinhalten Informationen beispielsweise zu Bruttoinlandsprodukt, Einkaufsmanagerindex, Arbeitslosenstatistik, Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion und Konsumentenvertrauen.

Inflation

Inflation mindert den Wert einer Währung. Volkswirtschaften mit hohen Inflationsraten gelten als weniger attraktiv für Anleger und erfahren eine Abwertung ihrer Währung. Wichtige Parameter für die Bestimmung der Inflationsrate sind die Konsumentenpreis- (CPI) und Produzentenpreisi-Indizes (PPI). Die sogenannte Kerninflationsrate hingegen wird von Notenbanken bei der Festlegung der künftigen Geldpolitik herangezogen, da hiervon besonders volatile Preisentwicklungen für Energie und Nahrungsmittel ausgenommen sind. Für die wirtschaftliche Aktivität eines Landes sind jedoch die Preisentwicklungen für Energie und Nahrungsmittel entscheidend. Ein hoher Inflationsdruck findet sich oft in schnell wachsenden Volkswirtschaften, wie zum Beispiel den Schwellenländern. Hier steht eine zu hohe Geldmenge zu wenig Gütern und Dienstleistungen gegenüber. Dies zwingt die Notenbanken im Gegenzug, die Geldzufuhr zu beschränken, indem Sie die Kosten für Geld erhöhen. Eine Maßnahme hierzu ist die Erhöhung der allgemeinen Zinssätze oder die Verringerung der Geldmenge.

Handelsbilanz

Importeure müssen Devisen kaufen, um die von Ihnen eingeführten Güter und Dienste zu bezahlen. Die Währungen von Volkswirtschaften mit Handelsüberschüssen werden generell stärker nachgefragt, als die der Länder mit Defiziten in der Handelsbilanz.

Finanzielle Instabilität

Anleger bevorzugen Volkswirtschaften, die Stabilität und gute politische Führung aufweisen. Länder mit großen Haushaltsdefiziten, hoher nationaler Verschuldung oder anderen Problemen wie Korruption werden kritisch betrachtet und erfahren eine Abwertung Ihrer Währung, um diesen erhöhten Risiken Rechnung zu tragen. Ein vielbeachtetes Kriterium bei der Einstufung eines Landes sind die Gutachten zur nationalen Kreditwürdigkeit durch die großen Ratingagenturen. Diese sind Standard and Poors, Moody´s und Fitch. Die Ratings allein haben noch keine großen Auswirkungen, aber anstehende Herauf- oder Herabstufungen und jegliche Anzeichen für Veränderungen bei der Kreditwürdigkeit einer Volkswirtschaft können den Währungsmarkt unmittelbar beeinflussen.

Politische Instabilität

Politische Instabilität und die damit verbundenen potentiellen Umbrüche verunsichern Investoren, da hierdurch die Wahrscheinlichkeit unvorhergesehener Änderungen in der Haushalts- und Geldpolitik höher ist. Oftmals steigt die Unsicherheit im Umfeld von Wahlen, wenn zum Beispiel eine Verschiebung der Machtverhältnisse auf künftige Veränderungen schließen lässt. Beispielsweise kann ein Regierungswechsel Verstaatlichungen nach sich ziehen oder eine veränderte Außenpolitik, die wiederum Auswirkungen auf das Wirtschaftsgeschehen und den Außenhandel haben kann.

Zinssätze

Allgemein lässt sich festhalten, dass Anleger sich Kapital in Ländern mit niedrigen Zinssätzen leihen und dieses in Volkswirtschaften mit hohen Zinsraten investieren. Zuweilen verlangen Anleger höhere Zinserträge, um sich gegen Risiken wie beispielsweise hohe Inflation, Instabilität oder Handelsdefizite in den Zielländern abzusichern.

Die Aussicht auf eine Änderung der Zinssätze kann eine große Auswirkung auf die Währungskurse bedeuten. Im Umfeld von Veröffentlichungen der Notenbanken reagiert der Währungsmarkt oft sehr dynamisch.

Die Bank of England und die Europäische Zentralbank geben Ihre Entscheidungen generell mittags europäischer Zeit jeweils am ersten oder zweiten Donnerstag des Monats bekannt. Die US-Notenbank Federal Reserve (FED) tagt alle sechs Wochen und veröffentlicht ihre Entscheidung in der Regel um 20:15 Uhr (MEZ) an einem Dienstag oder Mittwoch. Die Bank of Canada tagt ebenfalls alle sechs Wochen und verkündet ihre Entscheidungen um 15:00 Uhr (MEZ) jeweils an einem Dienstag. Eine Ausnahme hierbei stellt die Zentralbank der Volksrepublik China dar, welche keine regelmäßigen Termine für Zinsentscheidungen festlegt. Stattdessen erfolgen Bekanntmachungen, wann immer eine Maßnahme beschlossen wird; dies kann auch am Wochenende oder an Feiertagen geschehen. Auch die Veröffentlichung von Tagungsprotokollen dient Händlern als Indikator für eventuelle Veränderungen in der Zinspolitik oder politischer Trends innerhalb verschiedener Staaten.

Trends im Währungsmarkt

Über lange Zeiträume betrachtet weisen einige Staaten ein gleichmäßigeres zyklischeres Wirtschaftsgeschehen auf. In unsicheren und turbulenten Phasen tendieren Anleger zu vermeintlich sichereren Anlagen wie Staatsanleihen von Ländern wie den USA, Japan und der Schweiz. Auch Edelmetalle werden bei einer derartigen Stimmung am Markt als sicherer Hafen angesehen. In Phasen von allgemeiner Zuversicht gelten wiederum dynamischere Volkswirtschaften, wie beispielsweise Rohstoffexporteure und Schwellenländer als attraktiv.